Friedenslicht

Erschienen am 16. Dezember 2019 in Aktionen

Robert Kluesener

 

Das Friedenslicht aus Bethlehem ist auch an diesem 3. Advent von Pfadfinderinnen aus Lorsch von Wien nach Mainz gebracht worden. Gemeinsam mit den Streitschlichtern der Nibelungenschule haben wir es dann von dort mit dem Zug geholt. Sind Superman, Spider-man und Batman wirkliche Superhelden? Oder sind nicht wir alle, die sich für den Frieden in der Welt einsetzen, Superhelden? Die Stimmung war wie immer toll, eine Band mit tollen Liedern gestaltete den Gottesdienst mit. Auf der Rückfahrt haben wir dann eine Stunde im Zug gesessen, weil sich der Lockführer den Fuß gebrochen hatte. Am Dienstag um 17:30 wird dann das Friedenslicht im Rahmen des „lebendigen Adventskalenders“ am Pfarrzentrum in Einhausen weiter gegeben.

Mut zum Frieden

21. Dezember 2019 Autor: Äneas Opitek

In der Zeitung habe ich diesen besonderen Wunsch eines Kindes ans Christkind gelesen: „Liebes Christkind! Zu Weihnachten wünsche ich mir einfach nur Frieden auf Erden. Alle Menschen sollen sich lieben und glücklich sein. Und wenn das nicht möglich sein sollte, kannst du mir ein Smartphone oder ein Tablet schenken.“ Ich kam ins Nachdenken.

Wird es die Menschheit jemals schaffen, dass sich dieser Traum erfüllt? Endlich Frieden auf der ganzen Welt! Alle Völker gemeinsam auf dem Weg, ohne Machtinteressen und Gewinnstreben. Man lebt von dem, was die Erde hergibt. Ausreichend für alle. Wie schön das wäre! Was kann man tun, um dieses anspruchsvolle und zugleich göttliche Ziel zu erreichen? Man muss Zeichen setzen! Ein kleines Zeichen für den Frieden kenne ich. Pfadfinderinnen und Pfadfinder haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Friedenslicht, das jedes Jahr in Betlehem in der Geburtsgrotte Jesu Christi von einem Kind entzündet wird, an 20 Nationen, an viele tausende Menschen guten Willens weiterzureichen. Ein Licht aus Betlehem soll als Botschafter des Friedens durch die Länder reisen und die Geburt Jesu verkünden. Mit dem Entzünden und Weitergeben des Friedenslichtes erinnert es uns an die weihnachtliche Botschaft und an unseren Auftrag, den Frieden unter den Menschen zu verwirklichen. In diesem Jahr erreichte das kleine Licht mit der großen Botschaft zum 26. Mal Deutschland.

Das Friedenslicht, das weihnachtliche Symbol schlechthin, wird jedes Jahr am 3. Adventssonntag von Wien durch Pfadfinderinnen und Pfadfinder nach Mainz in den Martinsdom gebracht. Bei der Aussendungsfeier, zu der vor allem Kinder und Jugendliche unseres Bistums kommen, wird um den Frieden gebetet und das Jahresmotto aufgegriffen. In diesem Jahr trägt die Friedenslichtaktion den Titel „Mut zum Frieden“.

So viele Kinder und Jugendlichen in einer Kirche wie am 3. Advent im Mainzer Dom habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Die 984 Sitzplätze des Doms reichten weit nicht aus und der laute Gesang erfüllt jeden, der an der Feier teilnahm.

Von Mainz bringen viele Pfadfinderstämme das Friedenslicht Jahr für Jahr in ihre Gemeinden, Schulen, Krankenhäuser, Gefängnisse und Hospize.

Wir Menschen leben von kleinen Gesten, die uns Hoffnung auf eine bessere Zukunft machen. Was ich von der Zukunft erhoffe, das bestimmt mein Handeln in der Gegenwart. Ich glaube, dass Menschen, die aus einer Hoffnung heraus leben, weiter und tiefer sehen. Diese Menschen sehen alles in einem anderen Licht.

Damit überall auf der Welt das Friedenslicht leuchten kann und die Menschen zum Strahlen bringt, braucht es meine und deine Hilfe. Pfadfinderinnen und Pfadfinder machen sich gegenseitig Mut, wenn sie ihr Lied singen, in dem es um flinke Hände, flinke Füße, wache Augen, ein weites Herz und Freundschaft geht, um die Welt zu verändern. Alle Menschen guten Willens sind eingeladen, es ihnen gleich zu tun. Man muss kein Pfadfinder sein, um sich mutig für den Frieden einzusetzen.

* Der Autor Äneas Opitek ist Seelsorger der Katholischen Pfarrgruppe Fehlheim-Zwingenberg und gehört dem Franziskaner-Orden in Bensheim an.

© Bergsträßer Anzeiger, Samstag, 21.12.2019

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